Die Wirkung des Arvenkissens

Die Arve ist Bündner Tradition

Gerade in der heutigen Zeit findet man ja Gesundheitstipps an jeder Ecke. Ich bin aber durchaus hellhörig geworden, als ich das erste Mal vom Arvenkissen (oder der Wirkung der Arve im Allgemeinen) gehört habe. Warum? Nun, mein Mann stammt aus dem Engadin, wo eigentlich jeder die Arve kennt. Seine Familie ist bis heute im Besitz eines alten (ehemaligen) Bauernhauses im kleinen Dörfchen Ardez. Was mir damals schon beim ersten Besuch in diesem geschichtsträchtigen Haus aufgefallen war, war das gemütliche Wohnzimmer aus Arvenholz (das «Arvestübli»). Obwohl das Haus schon mehrere hundert Jahre alt ist, duftet das Zimmer immer noch wunderbar nach dem verwendeten Arvenholz.

Arvenstube

Foto: Ralph Feiner, Malans

Diese «Arvenstübli» findet man oft in den Bergregionen. Die Menschen haben das Holz der Arve schon immer gerne für alles Mögliche verwendet. Wie gesagt, einerseits für die Innenverkleidung ganzer Räume, andererseits aber auch für Möbel und andere Holzprodukte.

Als nun das Wort «Arvenkissen» (in Österreich auch «Zirbenkissen» genannt) fiel, wusste ich, dass da etwas dran sein musste. Denn offenbar ist es schon seit vielen Jahrhunderten ein beliebtes Material. Konnte das nur am frischen, waldigen Duft liegen? Oder gibt es da ein Geheimnis, das den Leuten der Bergregion schon lange bekannt ist? 

Die Wirkung der Arve aus wissenschaftlicher Sicht

Ein Geheimnis ist es nicht. Mit ein bisschen Recherche stösst man relativ schnell auf die ausgiebige Studie des «Johanneum Research» in Graz von 2003. Es wurde dort untersucht, welche Auswirkung das Arvenholz (Zirbenholz) auf Kreislauf, Schlaf, allgemeines Befinden und vegetative Regulation hat. Die Ergebnisse der Studie sind wirklich interessant: offenbar wurde festgestellt, dass die Herzfrequenzrate im Umfeld von Arvenholz gesenkt wird. Das bedeutet also, dass das Herz weniger arbeiten muss, um sich zu erholen. Arvenholz wirkt also herzschonend und es kann eine effizientere Erholung erfolgen. Besonders der Schlaf, zB in einem Arvenbett oder Arvenzimmer, wird tiefer und einfach besser. Gerade auch nach körperlicher Anstrengung. Somit klang für mich die Idee des Arvenkissens sehr sinnvoll.

Ein Arvenkissen für alle

Das dachte sich auch der Engadiner Förster Carlo Jörg, als er von dieser Studie erfuhr. Zusammen mit Oliver Schulthess entwickelte er das Arvenkissen und begann mit einer grösseren Produktion. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Arvenbaums konnte nun einem grösseren Publikum präsentiert werden und vor allem den Leuten, die halt kein «Arvenstübli» oder ein Arvenholzbett zu Hause stehen haben. Ich für meinen Teil fühle mich tatsächlich morgens fitter, seit ich das Arvenkissen habe. Und ganz davon abgesehen duftet es einfach herrlich nach einem alpinen Nadelwald!

Das Tolle an dem Kissen, das wir bei Fringel anbieten, ist auch die absolut nachhaltige Herstellung in der Schweiz. Aus einer Arve kann man frische Späne für 800 Kissen gewinnen.

Nachhaltige Schweizer Produktion in Graubünden

Die Bäume werden aber nicht extra für die Kissenproduktion gefällt: man verwendet «Restmaterial», das von der Holzindustrie abfällt. Diese qualitativ einwandfreien Holzreste aus nachhaltiger Forstwirtschaft würden normalerweise einfach verbrannt werden. Die Arverei von Oliver Schulthess nutzt jedoch dieses Material und lässt sie in der lokalen Schreinerei zu Arvenspänen verarbeiten. Von dort aus werden sie verpackt und der Bettwarenfabrik zugestellt, die diese dann in die Kissenhülle füllt. Und zwar just-in-time. Es werden genauso viele Kissen produziert, wie auch bestellt wurden. Nachhaltiger geht Produktion eigentlich gar nicht.

Das Arvenkissen und seine Wirkung

Neben den schlaffördernden und herzschonenden Effekten sollen die Wirkstoffe der Arve noch weitere positive Auswirkungen haben. Es gibt dieses Sprichwort, dass Diskussionen an einem Tisch aus Arvenholz friedlicher und harmonischer verlaufen, als an anderen Holztischen. Ich kann mir das gut vorstellen: wenn die Arve schon so beruhigend aufs Herz wirkt, dann wirkt sie bestimmt auch aufs Gemüt. Ein bisschen weniger Stress und mehr Harmonie – das haben wir alle dringend nötig.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich die antibakterielle Wirkung. Wie auch andere ätherische Öle, hat jenes der Arve keimhemmende Eigenschaften. Es werden oft Brotkästen und Schneidunterlagen aus Arvenholz gefertigt, weil es auf natürliche Weise die Verbreitung von Bakterien und Schimmelpilzen verhindert. Nicht selten trifft man in alpinen Regionen auch auf Arven-Schränke. Motten und Milben mögen die Arve ganz und gar nicht. Ich habe mir gerade kürzlich überlegt, ein paar Arvenspäne aus meinem Kissen in eine kleine Schale in meinen Kleiderschrank zu legen. Oder ein bisschen Arven Raumduft in den Schrank zu sprayen. Ist ja sowieso alles Natur pur :-)

Es gibt wohl noch viel mehr Möglichkeiten, um von der Arve zu profitieren. Habt ihr vielleicht noch eine Idee? Lasst es mich weiter unten in einem Kommentar wissen!

 

Linda 

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